auflärung.mit.machen

aufklärung.mit.machen

Ein Projekt des Gleimhauses für und mit Menschen der Gegenwart

 

Anlass

2019 feiern wir den 300. Geburtstag des Dichters Johann Wilhelm Ludwig Gleim.

 

Idee

Aus diesem Anlass will das Gleimhaus als Museum der deutschen Aufklärung neue Wege gehen. Nicht nur über Aufklärung reden, sondern Aufklärung machen. Museum nicht nur für, sondern mit den Besuchern machen. Also aufklärung.mit.machen.

 

Wer kann mitmachen?

Alle! Tatsächlich alle jedes Alters, jeder Herkunft und Bildung. Freunde und Bekannte, Nachbarn, Kollegen. Einheimische und Gäste von überall.

 

Hinweise

Dieses Projekt ist kostenfrei. Besonderes Vorwissen oder spezielle Kenntnisse sind nicht notwendig.

 

Was ist Aufklärung?

Aufklärung ist nicht nur, wenn sich der Nebel verzieht und die Sonne hervorkommt. Und auch nicht nur der Aufbruch des Denkens, der im 18. Jahrhundert für viel Aufregung gesorgt hat. Aufklärung ist auch, wenn man sich Fragen stellt und nach Antworten sucht.

Jeder hat Fragen an sich selbst und an die Gesellschaft. Das Leben ist voller Fragen und einige davon möchten wir mit Ihnen unter dem Motto aufklärung.mit.machen diskutieren.

 

Wie geht aufklärung.mit.machen?

Indem bei geselligen Treffen die wichtigsten und interessantesten Fragen gesucht und diskutiert und Antworten formuliert, gestaltet und präsentiert werden.

Dafür bieten wir im Gedankenklub, in der Gedanken-Werkstatt und bei Gedanken to go unterhaltsame  Gelegenheiten.

 

Gedankenklub

Der Gedankenklub bietet in geselliger Atmosphäre mit kleinem Imbiss Gelegenheit zum Gedankenaustausch. Dabei können alle Fragen, die Sie und die Gesellschaft bewegen, diskutiert werden. Die Gesprächsrunden werden moderiert.

Voraussetzung: Neugier auf alle Fragen an sich selbst, an das Leben und an die Welt.

Teilnahme: Kostenlos und ohne Anmeldung beliebig oft.

Jeden letzten Montag im Monat, um 19 Uhr, im Gleimhaus (außer im Dezember):

28. Januar             25. Februar            25. März

29. April               27. Mai                   24. Juni

29. Juli                  26. August              30. September

28. Oktober           25. November

 

Gedanken-Werkstatt

In der Gedanken-Werkstatt wird eine Fragestellung in geselliger Atmosphäre mit Snack vertiefend betrachtet und originell gestaltet, um in einer Ausstellung (siehe folgende Seiten) öffentlich präsentiert zu werden. In der Regel umfasst eine Werkstatt drei aufeinanderfolgende Treffen.
 
Voraussetzung: Lust am Denken, am Austausch von Gedanken und am Entwickeln von Visionen.

Teilnahme: Kostenlos und ohne Anmeldung.

Immer montags, um 19 Uhr, außer am letzten Montag im Monat, im Gleimhaus.

Januar: Freie Themenwahl

Februar/März: Arbeit, Geld und Werte

April/Mai: Konsum und Nachhaltigkeit

Juni/Juli: Heiterkeit, Genuss und Glück. Im Rahmen der Sonderausstellung „Scherz – die heitere Seite der Aufklärung“

Sept./Okt.: 2. Vorbild-Findungswerkstatt mit dem Künstler Thomas Peters

Nov./Dez.: Freie Themenwahl

Fortlaufend: Würdekompass

 

Gedanken to go

Dieses Format wird für Gruppen von 10 bis 20 Personen in geselliger Atmosphäre mit Imbiss empfohlen. Dabei werden Fragen im Gedankensturm durchdrungen und eigene Gedanken, Ideen und Visionen im Gedanken-to-go-Büchlein zum Mitnehmen festgehalten.

Voraussetzungen: Lust auf ein geselliges Gruppenerlebnis mit gedanklichem Tiefgang. Drei Stunden Zeit.

Teilnahme: Themenauswahl nach Absprache. Materialbeitrag 3 €.

Themenvorschläge

Geht‘s uns gut? Gutes Leben, Wohlstand und Verteilungsgerechtigkeit.

Arbeit ist das halbe Leben! Wie wollen wir zukünftig  arbeiten?

Gestern – Heute – Morgen: Wie wollen wir in Zukunft  leben?

Heiterkeit, Genuss und Glück: Spricht etwas dagegen?

Ihr Thema ist nicht dabei? Dann sprechen Sie mit uns und wir gestalten Gedanken to go für Ihre Gruppe.

 

Die Ausstellung

Am Samstag, dem 26.10.2019, eröffnet die Ausstellung zum Projekt aufklärung.mit.machen. Sie gibt bis zum 2. April 2020 Einblicke in alle Debatten, die bis dahin im Rahmen von aufklärung.mit.machen geführt wurden. Vorträge von Experten während der Ausstellung werden das Blickfeld erweitern und Gelegenheit für Diskussionsrunden mit allen Besuchern bieten.

Weitere Informationen finden Sie in der Tagespresse.

 

Zum Nachlesen für Neugierige:

Die Toleranz gehört zur Aufklärung wie der Mond zur Erde. Toleranz ist die Achtung vor dem Anderssein, wenn man sich im anderen erkennt.

Die meisten Menschen in unserer Gesellschaft halten sich für tolerant, aber was bedeutet das eigentlich im Alltag? Ist Toleranz überhaupt möglich?

Bestimmung des Menschen: Wahrheit suchen, Schönheit lieben, Gutes wollen, das Beste tun. (Moses Mendelssohn)

Toleranz ist die Grundbedingung für Menschlichkeit (Humanität). Zu Menschlichkeit gelangt man, indem man seine Anlagen und Fähigkeiten entwickelt. Menschlichkeit hat die Glückseligkeit des Menschen zum Ziel, die des einzelnen wie auch die der Gesellschaft.

Seitdem der Mensch über sich selbst nachdenkt, denkt er auch über sein Glück nach. Hängt das Glück vom Schicksal ab oder ist man selbst seines Glückes Schmied. Im 18. Jahrhundert winkte das Glück demjenigen, der sich selbst um Bildung und Aufklärung bemüht. Was bedeutet für uns Glück heute?

Klug und vernünftig ging es im Zeitalter der Aufklärung zu, aber auch unterhaltsam und gesellig. Kaffeehäuser entstanden, man traf sich in Klubs und Salons und kam ins Gespräch. Früher trank man den ganzen Tag Bier oder Wein, nun stattdessen Kaffee und Tee. Schon dadurch klärte sich manches auf. Was wäre unser Leben ohne gute Gespräche in Cafés?

Der Verstand war für die Aufklärung die beherrschende Kraft. Doch ist Aufklärung nicht mit Verstandesherrschaft gleichzusetzen.

In der Kunst und auch im Leben werden auf ganz neue Weise die Empfindungen angesprochen. Den Sinn des Lebens findet der Mensch des 18. Jahrhunderts nicht nur im Denken, sondern auch in Lebens- und Liebesfreude.

Gleim ist als Dichter, Sammler und Netzwerker des Zeitalters der Aufklärung berühmt geworden. Rege Briefwechsel mit zig Dichtern und Denkern im ganzen Land und freundschaftliche Geselligkeit hier in Halberstadt – dies war sein Lebensinhalt.

„Was ist die Welt ohne Freunde? Eine Wüste Sinai!“ - schrieb Gleim, der als Genie der Freundschaft geadelt wird. Das 18. Jahrhundert ist das Jahrhundert der Freundschaft und baute dabei auf Aufrichtigkeit und Wohlwollen. Abgelehnt wurden Eigennutz und Zweckdienlichkeit.

Warum ist auf der Welt der Weisen Zahl so klein? Weil’s so bequem ist, dumm zu seyn. (Gleim)